Ich wohne in Berlin unweit des Marzahner Gartens. Da ich über eine Jahreskarte verfüge, kenne ich dort mittlerweile jede Pflanze und jeden Stein persönlich.
Die Gärten der Welt sind eine weitläufige Gartenanlage im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Sie liegen am nördlichen Fuß des Kienbergs und erstrecken sich heute über eine Fläche von rund 110 Hektar. Ursprünglich wurden sie 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins als „Berliner Gartenschau“ eröffnet. Im Laufe der Jahre wurden sie stetig erweitert und weiterentwickelt. Besonders im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2017 (IGA) erlebten die Gärten eine umfassende Modernisierung, die neue Attraktionen und eine noch stärkere internationale Ausrichtung brachte.
Heute sind die Gärten der Welt ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner und Touristen gleichermaßen. Sie bieten nicht nur botanische Vielfalt und kulturelle Einblicke in verschiedene Gartenkulturen der Welt, sondern auch moderne Freizeitangebote für die ganze Familie.
Themenbereiche und internationale Gartenkunst
Die Gärten sind in zahlreiche Themenbereiche gegliedert, die unterschiedliche Gartenkulturen aus aller Welt repräsentieren. Dazu gehören u. a.:
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Chinesischer Garten: Der älteste und größte Themenbereich, offiziell „Garten des wiedergewonnenen Mondes“, wurde 2000 eröffnet und ist ein authentisch angelegter, klassisch-chinesischer Landschaftsgarten mit Teehaus.
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Japanischer Garten: Ein meditativer Zen-Garten mit Wasserläufen, Trittsteinen und Bonsai. Er lädt zur stillen Betrachtung ein.
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Koreanischer Garten: Der „Seouler Garten“ entstand in Kooperation mit der Stadt Seoul und zeigt Elemente eines koreanischen Adelsgartens.
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Balinesischer Garten: Ein tropisches Gewächshaus mit balinesischer Architektur, Tempelminiaturen und Orchideen, das wegen der tropischen Pflanzenpracht besonders sehenswert ist.
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Orientalisch-Islamischer Garten: Inspiriert von persischen und maurischen Gärten mit symmetrischen Wasserläufen und blühenden Innenhöfen.
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Christlicher Garten: Ein moderner Garten, der in einem goldenen, begehbaren Rahmen biblische Zitate mit symbolischer Bepflanzung verbindet.
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Jüdischer Garten (seit 2021): Der neueste thematische Gartenbereich, gestaltet von dem israelischen Künstler Dani Karavan († 2021). Er verbindet traditionelle jüdische Gartenelemente mit Symbolik und zeitgenössischer Kunst. Seine Entstehung war Teil eines langjährigen gesellschaftlichen Diskurses über jüdische Kultur im öffentlichen Raum.
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Italienischer Renaissancegarten (seit 2017): Ein Garten im Stil der italienischen Renaissance mit symmetrischer Gliederung, Zypressen, Statuen und Brunnen.
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Englischer Landschaftsgarten (seit 2017): Weite Wiesenflächen, sanfte Hügel und natürlich wirkende Teiche laden zum Spazieren und Verweilen ein.
Weitere Attraktionen
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Irrgarten und Labyrinth: Zwei besondere Angebote für Kinder und Familien, die sowohl spielerisch als auch rätselhaft zu erkunden sind.
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Panorama-Aussicht vom Kienberg: Über eine Seilbahn – ein Überbleibsel der IGA 2017 – gelangt man zur Aussichtsplattform „Wolkenhain“, die einen beeindruckenden Blick über Berlin und das Umland bietet.
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Seilbahn Marzahn: Die rund 1,5 Kilometer lange Seilbahn ist ganzjährig in Betrieb und verbindet den Haupteingang mit dem Kienbergpark und der Aussichtskuppel.
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Spielplätze und Wassergärten: Die Gärten der Welt sind besonders familienfreundlich, mit Themen-Spielplätzen, Wasserspielen und großzügigen Liegewiesen.
Veranstaltungen und Angebote
Regelmäßig finden in den Gärten der Welt Veranstaltungen statt:
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Konzerte, Festivals und Theateraufführungen (u. a. im „Grünen Theater“)
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Kulturelle Themenfeste, z. B. das Kirschblütenfest (Hanami), das chinesische Neujahrsfest oder das Lichterfest im Herbst
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Führungen, Workshops und Bildungsprogramme für Schulen und Erwachsene
Tipps für den Besuch
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Besuchen Sie die Gärten in der Blütezeit zwischen April und September – besonders zur Zeit der Kirschblüte oder Rosenblüte sind viele Bereiche ein besonderes Highlight.
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Nutzen Sie die Seilbahn, um sich bequem einen Überblick zu verschaffen.
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Abendliche Lichtinstallationen (wie „Illumina“ oder „Christmas Garden“) bieten magische Eindrücke und lohnen besonders in der dunkleren Jahreszeit.
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Planen Sie ausreichend Zeit ein – für einen vollständigen Rundgang sollte man mindestens 4–5 Stunden einplanen.
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Online-Tickets sparen Wartezeit – insbesondere an Wochenenden und Feiertagen.
Anfahrt und Erreichbarkeit
Die Gärten der Welt sind gut mit dem Auto, den öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar per Seilbahn erreichbar:
Mit dem Auto
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Adresse fürs Navi: Blumberger Damm 44, 12685 Berlin
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Vor Ort stehen mehrere kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung (z. B. Parkhaus „Gärten der Welt“ in der Eisenacher Straße, fußläufiger Zugang zum Haupteingang).
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An stark frequentierten Tagen (z. B. Wochenenden, Veranstaltungen) kann die Parkplatzsuche schwierig sein – frühzeitiges Ankommen wird empfohlen.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
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U-Bahn:
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U5 bis „Kienberg (Gärten der Welt)“, von dort ist es ein kurzer Fußweg zur Seilbahnstation „Kienbergpark“ oder über den Kienberg direkt zum Eingang.
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S-Bahn:
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S7 bis „Marzahn“, dann weiter mit Buslinie 195 bis „Eisenacher Straße / Gärten der Welt“.
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Busse:
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Linien 195, 291 und X69 fahren Haltestellen in der Nähe der Gärten der Welt an.
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Besonders praktisch: die Haltestelle „Eisenacher Straße / Gärten der Welt“ liegt direkt am Haupteingang.
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Mit der Seilbahn
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Die Seilbahn Berlin wurde zur IGA 2017 gebaut und verbindet heute den U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt) mit dem Kienbergplateau („Wolkenhain“) und dem Haupteingang der Gärten.
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Die Fahrt bietet einen eindrucksvollen Blick auf das Gelände, den Kienbergpark und Berlin – besonders bei schönem Wetter ein Highlight.
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Die Seilbahn ist barrierefrei, fahrradfreundlich und ganzjährig in Betrieb. Tickets können separat oder in Kombination mit dem Eintritt erworben werden.
Fazit
Die Gärten der Welt bieten ein einmaliges Zusammenspiel aus Natur, Kunst, Kultur und Erholung. Sie sind nicht nur ein Schaufenster globaler Gartenkunst, sondern auch ein Ort der Begegnung, der Bildung und des Genusses. Mit ihren ständig weiterentwickelten Themenbereichen, internationalen Kooperationen und familienfreundlichen Angeboten sind sie ein Muss für jeden Berliner und Berlin-Besucher.